600 Teilnehmer traten zur 3. Kidical Mass in die Pedale

600 Teilnehmer traten zur 3. Kidical Mass in die Pedale

Bei 23 °C und herrlichstem Sonnenschein trafen sich rund 600 Kinder, Eltern, Großeltern und Radbegeisterte zur 3. Leipziger Kidical Mass vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dem Simpsonplatz. Die Fahrraddemo wurde gemeinsam vom ADFC Leipzig und der Initiative Verkehrswende Leipzig im Rahmen eines mittlerweile europaweiten Aktionswochenendes organisiert. Punkt 15 Uhr wurden die Versammlung eröffnet. Um die Kinder beim Auftakt nicht allzu sehr zu langweilen, beschränkten wir uns im Redebeitrag auf unsere Kernforderungen:

  • baulich getrennte, breite Radwege
  • Tempo 30 innerorts
  • Schulstraßen und Zonen ohne Autoverkehr
  • Fahrradstraßen und Fahrradzonen als flächendeckendes Netz

Die Bundespetition „Uns gehört die Straße! Wir brauchen ein kinderfreundliches Straßenverkehrsrecht“ beschreibt, weshalb es eine neue Gesetzgebung braucht. Erst, wenn Kinder gefahrfrei am Straßenverkehr teilnehmen können, ist er auch für alle anderen Altersgruppen sicher.

Thomas Dienberg, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau, folgte der Einladung von Schülern der 85. Grundschule. In seiner Rede begrüßte er die Aktion und erklärte, welche kinder- und fahrradfreundlichen Maßnahmen Leipzig bereits ergreift. Er zeigte Verständnis dafür, dass manch einem die Verkehrswende nicht schnell genug geht und warb um Geduld. Weiterhin erwähnte er, dass Leipzig sich mit anderen Städten u. a. an der Tempo 30 Initiative beteiligt. Dienberg selbst ist Sprecher dieser Initative.

Danach sprachen Vertreterin und Vertreter des Stadtschülerrats. Sie ermutigten, dafür einzutreten, Verkehrsflächen so zu gestalten, wie Schülerinnen und Schüler sich dies vorstellen. Gleichzeitig sicherten sie ihre Unterstützung bei der Umsetzung zu.

Gegen 15:15 Uhr machte die Polizei den Weg frei und viele mit Wimpeln und Fähnchen bunt geschmückte Kinderfahrräder strömten auf die Fahrbahn. Die Kinder konnten es kaum erwarten, dass es endlich los ging. Mit Musik machte das Radfahren in der Gruppe allen Spaß. Bei Pumuckl und Pipi Langstrumpf wippen sogar die Großen mit. Entspannt ging es mit durchschnittlich 8 km/h über den Ring.

Unsere 30 Ordnerinnen und Ordner sicherten gemeinsam mit der Fahrradstaffel die Fußgängerübergänge gegen Querverkehr ab. Die Kinder fanden die Polizei auf Rädern cool. Denn nur auf dem Rad bemerkt man, welche Gefahren es für den Radverkehr gibt. Der Verband, der zeitweise bis zu 1.200 m lang war, blieb vorbildlich zusammen. Es entstanden keine größeren Lücken. Dabei geholfen hat unsere Startaufstellung, bei der die jüngsten von der Pole-Position starten durften.

Die Kinder hatten sichtlich Spaß am neuen Fahrgefühl. Sie freuten sich, entspannt und ganz ohne von Autos bedrängt zu werden, fahren zu können. Einige Autofahrer, im Stau stehend, winkten den Kindern sogar zurück. Man hatte den Eindruck, dass die Kinder selbst den wartenden Autofahrern ein Lächeln auf die Lippen zauberten.

In Höhe der Paul-Gruner-Straße querte ein Rettungswagen den Verband. Die Kinder warteten kurz, ließen ihn passieren und schlossen die entstandene Lücke unverzüglich. Auf der Wundstraße verließ uns der Redakteur der  Leipziger Internetzeitung wegen eines Plattens (Bericht). Auf dem letzten Abschnitt ging es zum Kreisverkehr in den Clara-Zetkin-Park, um dort noch zwei Runden um das Rondell zu drehen.

Gegen 16:15 Uhr fand nahe des Musikpavillions die Abschlusskundgebung statt. Zu Wort kamen das Jugendparlament und der KreisElternRat (KER). Jan Zippel vom KER appellierte an die Stadt, allen Kindern bis zur 4. Klasse die Möglichkeit einzuräumen, eine Fahrradprüfung ablegen zu können. Rosalie Kreujer vom ADFC Leipzig erzählte aus ihrer Kindheit, in der ihre Eltern sie unbeschwert auf der Straße spielen und Rad fahren ließen. Abgerundet wurde das Programm mit einer kleinen, Show von Emil goes into Space. Die Polizei lobte die friedliche Versammlung sowie die gute Zusammenarbeit mit den Ordnerinnen und Ordnern. Diesen sowie allen, die zum Gelingen dieser schönen Veranstaltung beigetragen habe, danken wir recht herzlich.