Mahnwache und Ghostbike für getöteten Radfahrer am Leipziger Cottaweg

Geisterrad Leipzig Jahnallee

In einer Mahnwache haben heute mehrere Menschen dem Radfahrer gedacht, der Ende Oktober an der Kreuzung Jahnallee/Cottaweg angefahren und schwer verletzt wurde. Kürzlich verstarb er im Krankenhaus. Als Mahnmal wurde in der Nähe der Unfallstelle ein weißes Geisterrad aufgestellt.

Organisator Sirko war als Radfahrer selbst bereits Opfer eines Unfalls an dieser Stelle, als ein Autofahrer das Stop-Schild auf dem Cottaweg missachtete und ihn anfuhr. Seine Forderung in Richtung Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt sowie Straßenverkehrsbehörde: „Farbe und Verkehrszeichen können keine Unfälle verhindern. Vielmehr braucht es bauliche Veränderungen, geschützte Kreuzungen und fehlerverzeihende Infrastruktur.“ In seiner kurzen Ansprache kritisierte er auch die Medien und ihre Sprache bei der Schilderung solcher Unfälle, die auf die planerischen Unzulänglichkeiten nicht eingingen.

Bei der Mahnwache anwesend waren auch Stadtrat Dr. Volker Külow (Die Linke) und Volker Holzendorf als Vertreter des Stadtbezirksbeirats Alt-West. Beide versicherten, dass sie sich in ihren Gremien dafür einsetzen werden, dass diese Unfallstelle durch die Stadtverwaltung entschärft wird.

Unfall bereits Ende Oktober

Wie Medien berichteten, ereignete sich der Unfall bereits am 28. Oktober gegen 11:25 Uhr. Ein 78-jähriger Radfahrer fuhr entlang der Jahnallee stadtauswärts. Obwohl er an der Kreuzung Cottaweg vorfahrtsberechtigt war, wurde er von einem 18-jährigen Autofahrer beim Abbiegen angefahren und schwer verletzt. Er kam ins Krankenhaus und verstarb einige Wochen später. Gegen den Pkw-Fahrer wird auf Grund des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Verbindung mit einem Verkehrsunfall ermittelt.

Ghostbike Leipzig Jahnallee

Nicht der erste Unfall in der Jahnallee

Immer wieder ereignen sich schwere, teils tödliche Unfälle mit Radfahrer insbesondere in der Jahnallee und besonders häufig an Kreuzungen. So wurde Ende Mai 2019 eine 29-jährige Radfahrerin von einer Autofahrerin, die aus dem Cottaweg kam, angefahren, verletzt und musste in einer Klinik behandelt werden. Kurz darauf wurde ein 53-jähriger Radfahrer an der gleichen Stelle von einer Autofahrerin angefahren und verletzt.

Mehr Sicherheit und Aufmerksamkeit für schwächere Verkehrsteilnehmer

„Kreuzungen sind Unfallschwerpunkte – insbesondere für Radfahrer“, konstatiert Daniel von Verkehrswende Leipzig. „Es wurden seitens der Stadt Leipzig zwar einige Maßnahmen ergriffen, jedoch haben weder Beschilderungen noch zusätzliche Bodenmarkierungen die Sicherheit auf diesem viel befahrenen Weg zwischen Innenstadt und Leipziger Westen erhöht. Das VTA sollte eine Ampelanlage mit Vorrang für die Jahnallee prüfen.“

Noch einen Schritt weiter geht der ADFC Leipzig, welcher schon 2019 forderte, die Kreuzung für den Autoverkehr abzuhängen.

Medienecho