Fahrraddemonstration am Freitag: Wir brauchen eigene, breite Radspuren um den gesamten Ring!

Fahrraddemonstration am Freitag: Wir brauchen eigene, breite Radspuren um den gesamten Ring!

Das Bündnis Verkehrswende Leipzig ruft zusammen mit 18 Initiativen am 7. Mai ab 17 Uhr zu einer Fahrraddemonstration auf dem Leipziger Innenstadtring auf. Der neu markierte Radstreifen auf dem Dittrichring ist Stein des Anstoßes.

Leipzig, 5. Mai 2021

Am 7. Mai ruft das neu gegründete Bündnis Verkehrswende Leipzig zu einer Fahrraddemonstration unter dem Motto „Ring frei fürs Rad! Flächengerechtigkeit für alle Verkehrsarten“ auf. Das Bündnis setzt sich mit der Demonstration für eine gerechtere Aufteilung der Verkehrsflächen auf dem Leipziger Innenstadtring ein. Ab 17 Uhr startet die Kundgebung an der Kreuzung Bose-/Gottschedstraße, anschließend wird eine Fahrraddemonstration um den Innenstadtring stattfinden. Der Aufruf wird von 18 Initiativen unterstützt. Darunter befinden sich alle relevanten Leipziger Mobilitäts-, Umwelt- und Klimaschutzorganisationen und -gruppierungen.

Neu markierter Radstreifen am Dittrichring ist „Murks“

Anne Kunkel, Mitinitiatorin des Bündnisses, war Ende April zunächst positiv überrascht, als die Stadtverwaltung ankündigte, auf dem Ring endlich Radfahrstreifen zu markieren. „Was dann aber herauskam, hat mich entsetzt!“ Die Straßenverkehrsbehörde ließ den Radfahrstreifen neben zwei bestehenden Autospuren markieren. Eine bauliche Trennung mittels Bordstein oder Poller sei nicht vorgesehen. „Fährt man nun auf dem Radstreifen, fühlt man sich, als wenn man auf dem Standstreifen einer Autobahn Rad fahren müsste“, beschreibt Kunkel die Situation der Radfahrenden. Verheerend sei das Ende des Streifens kurz vor der Gottschedstraße. „Nach einer Kurve endet der Fahrradstreifen plötzlich im Nichts“, beschreibt Kunkel den „Murks“, wie sie den neuen Radstreifen nennt.

1,50 m Überholabstand werden nicht eingehalten

Radfahrende müssen innerorts mit einem Abstand von mindestens anderthalb Metern überholt werden. Im Internet, insbesondere auf Twitter, kursieren mehrere Videos, die belegen, dass am Dittrichring seit Anordnung der Radfahrstreifen auf der Fahrbahn der vorgeschriebene Abstand beim Vorbeifahren regelmäßig nicht eingehalten wird.

Rechte Autospur am westlichen Innenstadtring zur Radfahrstreifen umwidmen

Das Bündnis Verkehrswende Leipzig fordert daher mit der Fahrraddemonstration am Freitag, dass die jeweils rechte Autospur des westlichen Innenstadtrings beidseitig zu einem Radfahrstreifen umgewidmet wird. Damit wäre die Einhaltung des Überholabstandes kein Problem mehr. Auch Kindern ab 10 Jahren, die nicht mehr auf dem Gehweg fahren dürfen, würde es ermöglicht, sicher Rad zu fahren. „Dies entlastet auch Eltern, da sie ihre Kinder alleine zu ihren Freunden oder Freizeitaktivitäten radeln lassen können“, ist sich Kunkel sicher.

Zukunftsfähiger Radring statt überdimensionierter Kfz-Infrastruktur

In den nächsten Jahren muss die überdimensionierte Kfz-Infrastruktur um den Leipziger Innenstadtring zurückgebaut werden. „Nur so lässt sich Platz für ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz um den Ring schaffen, was dem kontinuierlich wachsenden Radverkehr in der Stadt gerecht wird“, so Kunkel abschließend.

Programm für den 7. Mai:

ab 17:00 Sammeln (mit Maske und Abstand), Ecke Bose-/Gottschedstraße
ab 17:30 Redebeiträge
ab 18:00 Aufzug um den Innenstadtring
20:00 Ende Augustusplatz

Twitter-Videos zu dem neuen Radstreifen am Dittrichring: